Krankheiten

Von den vielen Krankheiten, die bei einer Katze auftreten können, sollen hier nur die wichtigsten beschrieben und die Möglichkeit zur Impfung erwähnt werden. Wer bei seiner Katze erkennt, dass sie sich abnormal verhält, das Futter verweigert oder sogar deutliche Anzeichen einer organischen Erkrankung zeigt, dem sei dringend der Gang zum Tierarzt empfohlen. Je rascher die Diagnose erstellt und eine gezielte Therapie eingeleitet werden kann, desto schneller darf mit der Genesung des Tieres gerechnet werden. Ab der 8. Lebenswoche sollen die Kätzchen gegen Katzenseuche und Katzenschnupfen geimpft werden, wobei die Grundimmunisierung zweimalig erfolgt. Darauf sind jährliche Nachimpfungen nötig. Die meisten Krankheiten der Katzen sind für den Menschen ohne Gefahr, insbesondere die schlimmen und als unheilbar eingestuften Krankheiten. Bei übertragbaren Parasiten wie Milben, Flöhen, Spul- und Bandwürmern ist Vorsicht am Platze. Eine Übersicht zu den häufigsten Katzen-Krankheiten folgt auf der nächsten Tafel.  

Krankheit

Ursachen

Symptome

Tierarztbesuch?

Katzenseuche

Virus, hochansteckend

hochgradig gestörtes Allgemeinbefinden, Erbrechen, wässrig bis blutiger Durchfall

unbedingt zum Tierarzt

 

Katzenschnupfen

Virus, hochansteckend

Niesen, Nasenausfluss, Augenausfluss, oft Futterverweigerung, kann chronisch werden

 

unbedingt zum Tierarzt

Katzenleukose (FeLV)

Virus, ansteckend, gilt als unheilbar

 

Fieber, Schwäche, Erbrechen, Durchfall, Augenveränderungen, evtl. Leber- oder Nierenversagen

unbedingt zum Tierarzt; Krankheit gilt als unheilbar

 

 

Feline Immunschwäche-Erkrankung (FIV)

 

Virusinfektion, ansteckend

vielfältiges Krankheitsbild, Schwächung des Immunsystems, Ausbildung von Tumoren

unbedingt zum Tierarzt; Krankheit gilt als unheilbar

Feline infektiöse Peritonitis

Virus, ansteckend

 

Fieberschübe, Appetitverlust, Apathie. Zwei Formen möglich. Nasse Form: Bauch- oder Brustfellentzündung (dicker Bauch!); Trockene Form: Organveränderung

zum Tierarzt, unheilbar

 

Ohrmilben

Milben

Ohren-Kopfschütteln, evtl. Kopf-Schiefhaltung, Kratzen im Ohr, im Ohr typ. braun-schwarzes Material

Besuch beim Tierarzt

Katzenräude

Milben

starker Juckreiz, Haarausfall, Schuppen- und Krustenbildung, beginnend an Ohren /Kopf

Besuch beim Tierarzt

Wurmbefal

Spul- und Bandwürmer

Abmagerung, Durchfall, aufgetriebene Bäuche, struppiges Fell

regelmässiges Entwurmen

Durchfall, Verstopfung

vielfältig, z.B. Infektionen, Darmparasiten, Lebererkrankung

bei Durchfall Futter reduzieren, Umstellung auf Pouletfleisch/ Reis in mehreren kleinen Portionen, Joghurt nature, Magerquark. Bei Verstopfung Leinsamen oder milde Quellstoffe

 

Besuch beim Tierarzt, wenn keine Besserung auftritt

 

Selbstbehandlung
Viele pflegerischen Tätigkeiten kann man selbst ohne tierärztlichen Beistand meistern: Da ist einmal das Messen des Fiebers. Den Fiebermesser sorgfältig während mindestens einer Minute im After der Katze festhalten. Vorher mit Glyzerin einstreichen. Die Normaltemperatur liegt zwischen 38-39°. Dann das Gewicht auf der Waage kontrollieren. Dann die Zwangsfütterung und Medikamentverabreichung mittels Spritze. Oder das Eingeben von Tabletten, zum Beispiel bei der Entwurmung. Bei Durchfall oder Verstopfung sollte man die Nahrung sofort umstellen. Flöhe kann man selbst bekämpfen (Halsbänder, Pulver, Tabletten). Wunden auf tierärztliche Weisung sorgfältig mit antiseptischer Lösung (z.B. Betadine) auswaschen. Das zeitraubende Entlausen, die sorgfältige Entfernung von Augenausfluss und Ohrschmalz (keine Wattestäbchen!) sind ebenfalls Tätigkeiten, die man mit etwas Übung problemlos selbst erledigen kann. Man wird mit der Zeit ein Gefühl dafür entwickeln, wann man zum Tierarzt gehen soll und wann nicht. Den Puls kann man auf der Innenfläche der Hinterbeine fühlen (160-240 Schläge/Min) oder Atemfrequenzen zählen.

Notfallsituationen
Eine verunfallte Katze gehört umgehend in die Tierarztpraxis, auch wenn man äusserlich vielleicht nichts Besonderes feststellen kann. Bei Knochenbrüchen die Katze sehr vorsichtig transportieren. Bewusstlose Katzen auf einer improvisierten Tragbahre wie Decke oder Mantel sorgfältig zur Arztpraxis bringen. Unkooperative oder verängstigte Katzen fest am Nackenfell festhalten und komplett in eine Decke einwickeln. Zum Schutz der Hände evtl. Handschuhe anziehen. Achtung: Bei Brüchen keine Schienen anlegen. Dies könnte den Fall nur schlimmer machen.

Wann zum Tierarzt?
In erster Linie sollte man für die regelmässige Impfung und Nachimpfung gegen Katzenseuche und Katzenschnupfen den Tierarzt aufsuchen. Bei Katzen mit Auslauf ab dem 3. Lebensmonat auch die Impfung gegen Katzenleukose (FeLV) durchführen und ab der 16. Lebenswoche die Impfung gegen Feline infektiöse Peritonitis. In allen Fällen die jährliche Nachimpfung nicht vergessen. Der klassische Tierarzt-Fall ist im übrigen die Kastration, die bei Katern und Kätzinnen ein relativ kleiner Eingriff darstellt. Immer, wenn alarmierende Symptome auftreten, sofort zum Tierarzt gehen.

 

Quelle: Zürcher Tierschutz

 

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