Frettchen / Mustela putorius furo
Das Frettchen ist die Haustierform des Iltisses. Es gehört zur Familie
der Marderartigen, die wiederum zu den Raubtieren gehört. Soziales Verhalten: Frettchen sind soziale Tiere und fühlen sich zu zweit oder zu mehreren am wohlsten. Das sollte man schon bei der Anschaffung berücksichtigen. Frettchen können in Einzelhaltung schwere Psychosen entwickeln und den richtigen Umgang mit Artgenossen völlig verlernen. Dies führt bei einem späteren Vergesellschaftungsversuch zu schweren Problemen und bedeutet mitunter mehrere Monate Therapie, zahlreiche (Revier)kämpfe mit vielen Verletzungen und damit verbunden viel Stress für das Tier. Möglicherweise wird ein Tier dadurch auch für immer in ein Leben der Einsamkeit gezwängt, wenn es sich überhaupt nicht mehr mit anderen anfreunden kann. Haltung paarweise oder in Gruppen. Wegen der häufig tödlich endenden Dauerranz sollten nicht nur die Männchen, sondern auch die Weibchen kastriert werden, wenn man nicht züchten möchte. Iltisse und Frettchen sind in der Schweiz gleichgestellt und gesetzlich geschützt. Vor der Anschaffung von Frettchen ist beim Kantonalen Veterinäramt eine Bewilligung zur "Wild"tierhaltung (das Frettchen ist kein Wildtier, wird aber bei der Bewilligungspflicht so angesehen) einzuholen. Ausserdem ist eine Tierbestandeskontrolle zu führen. Eine entsprechende Verordnung regelt die Haltung und schreibt die Minimalgrösse des Käfigs vor. Die Bewilligung wird erteilt, wenn Gehege und artgerechte Haltung der Tiere vom zuständigen Bezirksveterinär geprüft und abgenommen sind. Diese Vorschriften sind wohl einzigartig und bestehen nur in der Schweiz. Doch wer den Bewegungsdrang der Frettchen kennt, versteht auch die Notwendigkeit solcher Gesetze. Frettchen gehören weder in einen Kaninchenstall noch in einen Meerschweinchenkäfig. Frettchen werden sehr schnell zahm und anhänglich. Mit ihrem possierlichen Wesen und unermüdlichen Spieltrieb erobern sie die Herzen der ganzen Familie. Wer seinen Tieren im Haus Auslauf gewährt, tut gut daran, die Wohnung frettchensicher zu machen. Ihre grosse Neugier und der unentwegte Tatendrang machen sie zu geborenen Ausbrechern. Jedes noch so kleine Loch scheint sie magisch anzuziehen, und sie geben keine Ruhe, bis sie darin verschwinden können. Was gefällt, wird abgeschleppt und in der Schlafkiste in Sicherheit gebracht. Ganze Schätze lassen sich da wiederfinden.Blumentöpfe bringt man vorsorglich in der Höhe in Sicherheit. Sonst werden sie ausgeräumt und die Erde mit grossem Fleiss fein säuberlich verteilt. Frettchen brauchen nicht nur viel Zuwendung von ihrem Betreuer, sondern auch Spielzeug zur Beschäftigung. Schachteln mit eingeschnittenen Fenstern, Pappröhren, Papiersäcke und Gummibälle bringen endlose Unterhaltung. Grundausstattung: Für zwei Tiere muss der Käfig eine Grundfläche von mindestens 4 m2 betragen. Dies kann auch auf zwei oder mehrere Etagen verteilt
werden.
Für jedes weitere Tier muss die Grundfläche um 0,5m2 vergrössert werden. Käfigausstattung:
Bitte kein Einstreu verwenden! Sägespäne und Stroh, wie sie im Handel für Nagetiere erhältlich sind, sind für Frettchen ungeeignet. Sie verschleppen häufig Futter, das sich mit den Spänen vermischen kann. Wird es dann gefressen, kann dies zu einem Darmverschluss führen.
Futter: Als reine Fleischfresser können sie nur tierische Kost sinnvoll verdauen. Sie sind mit Schlachtabfällen oder Eintagskücken problemlos zu halten. Es gibt spezielles Frettchenfutter jedoch gedeihen Frettchen auch mit Katzenfutter prächtig, solange man den nötigen hohen Anteil an tierischem Eiweiss beachtet. Frisches Wasser muss immer zur Verfügung stehen.Vereinzelt werden auch reife Früchte gern genommen. Milch mögen sie
sehr; sie führt jedoch schnell zu Durchfall und ist nur in kleinen
Mengen, etwa als Belohnung, geeignet. Ein rohes Ei zwischendurch ist ein
besonderer Leckerbissen. Auf keinem Fall darf man die Frettchen mit rohem Schweinefleisch füttern, da auf diesem Weg die tödlich verlaufende Aujeszkysche Krankheit übertragen wird. Impfungen:Zur Gesundheit gehört natürlich eine veterinärmedizinische Betreuung. Frettchen sollten auf jeden Fall schutzgeimpft werden. Sie sollten Ihr Frettchen auch impfen lassen, wenn es ausschliesslich in der Wohnung gehalten wird, denn die Erreger können auch über Kleidung und Schuhe ins Haus gelangen.Gegen folgende Krankheiten sollte man Frettchen impfen:
Bei grösseren Beständen sollte man Botulismus und Hepatitisschutzimpfungen in Betracht ziehen. Auch ein regelmässiges Entwurmen ist empfehlenswert. Zucht:
Kastration: Kastration der Rüden und Sterilisation der Fähen sind abhängig davon, ob man züchten will. Will man nicht züchten, sind die Fähen zu kastrieren. Bei einer ungedeckten Fähe kommt es zu einer meist monatelangen Dauerbrunst, an der das Tier gesundheitlichen Schaden nimmt, der bis zum Tod führen kann. Die Entfernung der Stinkdrüsen ist aus ethischen Gründen abzulehnen.Auch der Rüde ist empfehlenswert zu kastrieren, wenn man nicht züchten will, da er die Fähe sonst ständig belästigt. Farbvarianten:
Quellennachweis: Bilder und teils Texte stammen von Manuela Pfeffel, Hobbyzucht Weitere Informationen:
Zur Information - wir haben keine Frettchen im Verkauf. Bevor Sie sich für Frettchen entscheiden, sollten Sie unbedingt ein entsprechendes Fachbuch gelesen haben. Für jede Tierhaltung gilt: Kinder müssen von den Eltern angeleitet,
beaufsichtigt und kontrolliert werden. Kinder müssen lernen, dass ein Tier seine eigenen
Bedürfnisse und Lebensgewohnheiten hat und dies respektieren. Eltern sollten sich
darüber bewusst sein, dass sie es sind, die die Verantwortung für das Tier haben. Für Fragen und Probleme steht Ihnen unser ausgebildetes Team im Zoo Roco zur Verfügung. Es kann Sie in allen Fragen fachgerecht beraten. Copyright © 2002 by Zoo Roco. Alle Rechte
vorbehalten.
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