Frettchen / Mustela putorius furo   

Steckbrief

Iltis-Frettchen

Heimat:  
Alterserwartung: 8-10 Jahre
Geschlechtsreife: Im Frühjahr nach Geburt; 8-12 Monate.
Grösse:
Fähen (Weibchen)
Rüden
20-40cm
bis 56cm
Tragzeit: 42 Tage
soziales Verhalten: Gruppentier
Ernährung: Fleisch

Das Frettchen ist die Haustierform des Iltisses. Es gehört zur Familie der Marderartigen, die wiederum zu den Raubtieren gehört.
Uhrahn des Frettchen ist wahrscheinlich der europäische Iltis, dem es aber an Leistungsfähigkeit unterlegen ist - ein Frettchen könnte in freier Natur nicht überleben.

Soziales Verhalten:

Frettchen sind soziale Tiere und fühlen sich zu zweit oder zu mehreren am wohlsten. Das sollte man schon bei der Anschaffung berücksichtigen.

Frettchen können in Einzelhaltung schwere Psychosen entwickeln und den
richtigen Umgang mit Artgenossen völlig verlernen. Dies führt bei einem
späteren Vergesellschaftungsversuch zu schweren Problemen und bedeutet
mitunter mehrere Monate Therapie, zahlreiche (Revier)kämpfe mit vielen
Verletzungen und damit verbunden viel Stress für das Tier. Möglicherweise
wird ein Tier dadurch auch für immer in ein Leben der Einsamkeit gezwängt,
wenn es sich überhaupt nicht mehr mit anderen anfreunden kann.

Haltung  paarweise oder in Gruppen. Wegen der häufig tödlich endenden Dauerranz sollten nicht nur die Männchen, sondern auch die Weibchen kastriert werden, wenn man nicht züchten möchte.

Haltung:

Iltisse und Frettchen sind in der Schweiz gleichgestellt und gesetzlich geschützt. Vor der Anschaffung von Frettchen ist beim Kantonalen Veterinäramt eine Bewilligung zur "Wild"tierhaltung (das Frettchen ist kein Wildtier, wird aber bei der Bewilligungspflicht so angesehen)  einzuholen. Ausserdem ist eine Tierbestandeskontrolle zu führen. Eine entsprechende Verordnung regelt die Haltung und schreibt die Minimalgrösse des Käfigs vor. Die Bewilligung wird erteilt, wenn Gehege und artgerechte Haltung der Tiere vom zuständigen Bezirksveterinär geprüft und abgenommen sind. Diese Vorschriften sind wohl einzigartig und bestehen nur in der Schweiz. Doch wer den Bewegungsdrang der Frettchen kennt, versteht auch die Notwendigkeit solcher Gesetze. Frettchen gehören weder in einen Kaninchenstall noch in einen Meerschweinchenkäfig.

Frettchen werden sehr schnell zahm und anhänglich. Mit ihrem possierlichen Wesen und unermüdlichen Spieltrieb erobern sie die Herzen der ganzen Familie. Wer seinen Tieren im Haus Auslauf gewährt, tut gut daran, die Wohnung frettchensicher zu machen. Ihre grosse Neugier und der unentwegte Tatendrang machen sie zu geborenen Ausbrechern. Jedes noch so kleine Loch scheint sie magisch anzuziehen, und sie geben keine Ruhe, bis sie darin verschwinden können. Was gefällt, wird abgeschleppt und in der Schlafkiste in Sicherheit gebracht. Ganze Schätze lassen sich da wiederfinden.

Blumentöpfe bringt man vorsorglich in der Höhe in Sicherheit. Sonst werden sie ausgeräumt und die Erde mit grossem Fleiss fein säuberlich verteilt. Frettchen brauchen nicht nur viel Zuwendung von ihrem Betreuer, sondern auch Spielzeug zur Beschäftigung. Schachteln mit eingeschnittenen Fenstern, Pappröhren, Papiersäcke und Gummibälle bringen endlose Unterhaltung.

Grundausstattung:

Für zwei Tiere muss der Käfig eine Grundfläche von mindestens 4 m2  betragen. Dies kann auch auf zwei oder mehrere Etagen verteilt werden. Für jedes weitere Tier muss die Grundfläche um 0,5m2  vergrössert werden.
Die Mindestgrösse darf nicht unterschritten werden, auch nicht wenn nur ein Tier gehalten wird.
Dazu brauch das Frettchen täglich zwei bis drei Stunden Auslauf. Bei zu wenig Auslauf werden die Tiere leicht aggressiv.

Käfigausstattung:

  • Schlafhäuschen:  Mindestmasse für ein Frettchen:30x40x20cm, Durchmesser des Einstiegslochs 9cm, ausgepolstert mit alten Baumwolltüchern
  • Toilettenecke (eine möglichst flache Katzentoilette)
  • Fressecke mit schweren , kippsicheren Fress- und Trinknäpfen
  • zum Klettern und spielen: Regalbretter, Leitern, Röhren, Hängmatten

Bitte kein Einstreu verwenden! Sägespäne und Stroh, wie sie im Handel für Nagetiere erhältlich sind, sind für Frettchen ungeeignet. Sie verschleppen häufig Futter, das sich mit den Spänen vermischen kann. Wird es dann gefressen, kann dies zu einem Darmverschluss führen.

 

Futter:

Als reine Fleischfresser können sie nur tierische Kost sinnvoll verdauen. Sie sind mit Schlachtabfällen oder Eintagskücken problemlos zu halten. Es gibt spezielles Frettchenfutter jedoch gedeihen Frettchen  auch mit Katzenfutter prächtig, solange man den nötigen hohen Anteil an tierischem Eiweiss beachtet. Frisches Wasser muss immer zur Verfügung stehen.

Vereinzelt werden auch reife Früchte gern genommen. Milch mögen sie sehr; sie führt jedoch schnell zu Durchfall und ist nur in kleinen Mengen, etwa als Belohnung, geeignet. Ein rohes Ei zwischendurch ist ein besonderer Leckerbissen. 
Küchenabfälle gehören ebensowenig zum Speisezettel der Frettchen wie Gesalzenes oder Süssigkeiten jeder Art. 

Auf keinem Fall darf man die Frettchen mit rohem Schweinefleisch füttern, da auf diesem Weg die tödlich verlaufende Aujeszkysche Krankheit übertragen wird.

Impfungen:

Zur Gesundheit gehört natürlich eine veterinärmedizinische Betreuung. Frettchen sollten auf jeden Fall  schutzgeimpft werden. Sie sollten Ihr Frettchen auch impfen lassen, wenn es ausschliesslich in der Wohnung gehalten wird, denn die Erreger können auch über Kleidung und Schuhe ins Haus gelangen.

Gegen folgende Krankheiten sollte man Frettchen impfen:

  • Staupe 
    Impfstoff: Febrivac Dist gegen Staupe
  • Tollwut (nicht mehr unbedingt notwendig, da die Schweiz tollwutfrei ist. Wird jedoch benötigt wenn man das Frettchen mit ins Ausland nehmen will)

    Impfstoff: Febrivac Rabisin gegen Tollwut

Bei grösseren Beständen sollte man Botulismus und Hepatitisschutzimpfungen in Betracht ziehen.

Auch ein regelmässiges Entwurmen ist empfehlenswert.

Zucht:

Ranz: Fähe:
Die Vulva der Fähe schwillt etwa kirschgross an und sondert eine klebrige Flüssigkeit ab -> Ranz. Die Fähe ist jetzt paarungsbereit.

Rüde:
Beim Rüden ermöglicht die Ausschüttung von Sexualhormonen das Wachstum der Spermien. Das ist an den hervortretenden, nach außen anschwellenden Hoden zu erkennen.
Paarung: Mit lautem Muckern und aufgestelltem Fellhaar begegnen sich Fähe und Rüde aufgeregt.
Der Eisprung, Voraussetzung für die Befruchtung einer Eizelle bei der Fähe wird nur durch den Deckakt ausgelöst.
Während des Deckaktes verbeißt sich der Rüde im Nackenfell der Fähe. Dieser Deckakt kann bis zu einer Stunde dauern.
Trächtigkeit: Die Tragezeit beträgt etwa 40-42 Tage. Um den 20. Tag der Schwangerschaft wird die Fähe sichtlich dicker, legt an Gewicht zu.
Gegen Ende der Tragezeit wird ihr Bauch runder und weicher, die Zitzen (6-8) werden deutlich sichtbar.
Wenige Tage vor der Geburt wird die Fähe träger, und sie beginnt ein höhlenartiges Nest zu bauen.
Geburt: Kurz vor dem Werfen hat die Fähe keinen Appetit mehr, ihr Gesäuge hängt bis zum Boden und sie wird unruhig.
Sie zieht sich in ihre Wurfhöhle zurück, und presst bald, seitlich liegend, die Welpen aus dem Geburtskanal. Die Geburt kann bis zu vier Stunden dauern. Wenn die Geburt abgeschlossen ist, beginnt die Fähe die Neugeborenen zu säugen. Im Durchschnitt wirft eine Fähe sechs Welpen, es können aber auch nur zwei sein oder gar zwölf Babys das Licht der Welt erblicken.

Kastration:

Kastration der Rüden und Sterilisation der Fähen sind abhängig davon, ob man züchten will. Will man nicht züchten, sind die Fähen zu kastrieren. Bei einer ungedeckten Fähe kommt es zu einer meist monatelangen Dauerbrunst, an der das Tier gesundheitlichen Schaden nimmt, der bis zum Tod führen kann. Die Entfernung der Stinkdrüsen ist aus ethischen Gründen abzulehnen.
Auch der Rüde ist empfehlenswert zu kastrieren, wenn man nicht züchten will, da er die Fähe sonst ständig belästigt.

Farbvarianten:

Albino

-weiss bis gelbliches Fell

-rote Augen

-keine Fellzeichnung

erstes domestiziertes Frettchen

 Iltis

-Beine und Schwanz sind braun bis schwarz, ebenfalls das Deckhaar

-Unterwolle weiß bis gelblich

-Maske im Gesicht

entstanden durch die Rückzüchtung des Albino mit dem Iltis

Unterscheidung in Iltishell und Iltisdunkel

 True Black

-Körper ist ganz schwarz

-keine helle Unterwolle

-einzige Merkmale:

  -weißes Maul

  -evtl. kleiner Kehlfleck

  -evtl. leichte Maske

in Deutschland noch selten

 Harlekin

-Aussehen siehe Iltis

-besondere Kennzeichen:

  -weiße Pfoten

  -weißer Latz gestreckt über Hals + Brust
-weiße Flecken auf dem Bauch

-Maske undeutlich

-Name aufgrund des lustigen Aussehens

 Zimt

dieselben Zeichnungen wie beim Iltis, jedoch ist das Deckhaar zimtfarben

andere Namen:

- Pastell

- Champagner

 

 Siam

dieselben Zeichnungen wie beim Iltis, jedoch ist das Deckhaar rötlich

sehr beliebte Farbe

 Siam-Harlekin

Siamfrettchen mit Merkmalen eines Harlekin

auch Zimtharlekin

 Silver-Harlekin

-wie Harlekin, jedoch mehr helle Stichelhaare

-wird zu American-Silver!

das gleiche gilt für:

Silver-Panda, etc.

 American-Silver

weiß mit schwarzen Stichelhaaren

Rasse aus den USA importiert

wird jedes Jahr heller

 Dark-Eye-White

-weiß bis gelbliches Fell

-evtl. ein paar silberne Stichelhaare

-schwarze oder blaue Augen

 

letzte Stufe der Entwicklung des American-Silver

selten bei der Geburt schon weiß

in Deutschland noch nicht weit verbreitet

 Panda 

 in allen Farben

Merkmal:

Kopf, Nacken und Hals sind weiß, die sog. Kaputze

in Deutschland noch nicht weit verbreitet

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Quellennachweis:

Bilder und teils Texte stammen von  Manuela Pfeffel, Hobbyzucht

Weitere Informationen: 
www.frettchenhilfe.ch
www.frettchentreff.ch
www.frettchen-forum.ch

Zur Information - wir haben keine Frettchen  im Verkauf.
 

Bevor Sie sich für Frettchen entscheiden, sollten Sie unbedingt ein entsprechendes Fachbuch gelesen haben.

Für jede Tierhaltung gilt: Kinder müssen von den Eltern angeleitet, beaufsichtigt und kontrolliert werden. Kinder müssen lernen, dass ein Tier seine eigenen Bedürfnisse und Lebensgewohnheiten hat und dies respektieren. Eltern sollten sich darüber bewusst sein, dass sie es sind, die die Verantwortung für das Tier haben.

Für Fragen und Probleme steht Ihnen unser ausgebildetes Team  im  Zoo Roco  zur Verfügung. Es kann Sie in allen Fragen fachgerecht beraten.


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